Feminismus

Ich bin seit mehreren Jahren in der Linksjugend [‘solid] aktiv. Dieser Verband versteht sich unter anderem als feministisch, was die meisten der Mitglieder wohl auch sind. Allerdings gibt es einige unsolidarische Menschen in ihr, die das ganze sehr anders sehen. Es wurde doch tatsächlich schon behauptet, dass Feminismus nur dazu da wäre um Männer zu unterdrücken. Manchmal glaube ich, dass der Feminismus einer der am Liebsten fehlverstandensten Konzepte der Welt ist. Feminismus heißt nach Wikipedia:

Feminismus (abgeleitet von französisch féminisme) ist sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie das Ende aller Formen von Sexismus eintritt. 

Kurz: Feminismus fordert für Frauen die gleichen Selbstbestimmungsrechte, die Männer schon lange haben. Also fordert Feminismus nichts weiter als Gleichberechtigung. Ich habe schon viel mit Freund_innen über Feminismus und Gleichberechtigung diskutiert, vor allem Männern stellte ich die Frage, wieso viele (nicht alle!) ihrer Geschlechtsgenossen sich so gegen den Feminismus sträuben. Wir fanden die Antwort darin, dass es für Männer schwer ist ihre Macht abzugeben und auf ihre männlichen Privilegien zu verzichten. Wenn Frauen gleich”mächtig” wären, wäre es ja nichts mehr besonderes ein Mann zu sein. Männern wird von Kleinkindalter auf antrainiert, dass sie stärker sind als Frauen und Mädchen. Männer dürfen nicht weinen, sollen nicht emotional sein und gelten als “Memmen”, wenn sie sich nicht regelmäßig prügeln. Männer sind keine Schlampen, wenn sie wechselnde Partner_innen haben (Frauen dagegen schon). Für Männer ist es in der Regel eine Schande weiblich zu sein.

Wenn man sich die andere Seite (also die der Frau betrachtet) sieht man folgendes: Frauen sollen emotional und “weich” sein. Frauen sind zugleich Sexobjekt und wohlgehütete Madonna (welcher Mann will schon eine Schlampe haben? Aber sexy soll sie doch schon sein). Für Frauen ist es ein Kompliment, wenn sie Sport machen “wie ein Mann” oder “ein richtig harter Chef” sind (hier wurde bewusst die männliche Form gewählt).

Unsere Gesellschaft ist patriarchal (also wird vom Mann dominiert, wörtlich sowas wie „Väterherrschaft“). In dieser Gesellschaft leben dazu viele Menschen, die ein Weltbild des Androzentrismus haben und den Mann als Mittelpunkt und Norm ansehen. Die Frau ist von dieser Norm und dem Soll nur eine Abweichung. Hier ist der Mann und die männliche Sicht der Dinge allgemeingültig. 

Ich bin der Meinung, dass viele Männer (natürlich gibt es auch viele Frauen, die so denken, aber dazu wann anders mehr), die androzentristisch und patriarchal denken nicht unbedingt sexistische Idioten sind. Viele kennen es nur einfach nicht anders. Deshalb ist es die Aufgabe des Feminismus und den Anhänger_innen klar zu stellen, dass Feminismus Gleichheit bedeutet. Hier hat Jede_r die Freiheit sich so zu verhalten, wie sie oder er es möchte. Lange Haare, Nagellack, Bier und Fußball sind für alle da. 

Yes, i am a feminist. No, i don’t hate men.

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