Privilegien und so.

STOP: There is no such thing as reverse racism or reverse sexism (or the reverse of any form of oppression). While women can be just as prejudiced as men, women cannot ne “just as sexist as men” because they do not hold political, economic, and institutional power.

Liebe Kartoffeln,
egal wie sehr ihr euch in euren Privilegien als weiße heterosexuelle Männer eingeschränkt fühlt, wenn es darum geht Frauen/ Menschen mit Migrationshintergrund/ Asylsuchenden/ queeren/ random nicht weißenheterosexuellenmännlichen Menschen ähnliche oder gar gleiche Rechte einzuräumen: ihr KÖNNT gar nicht auf die gleiche Weise diskriminiert werden, weil keiner der og Gruppen die gleichen Privilegien, Rechte und Ansehen, wie ihr es von Geburt aus habt, besitzt.

Genießt euren Status und nutzt ihn um euch mit Menschen zu solidarisieren, die aufgrund zufälliger Eigenschaften wie Sexualität, Geschlecht, Aussehen nicht besitzen.

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Solidarität?

Vor Jahren war ich in Frankfurt (am Main! Immer wenn ich in Zukunft von Frankfurt spreche meine ich das am Main. Das an der Oder ist komisch, das zählt für mich nicht ;D ) auf dem CSD. Naja, mittlerweile sehe ich den CSD etwas kritischer als es damals der Fall war- dazu aber vielleicht wann anders. Dort hing ich mit Freund_innen rum, betrank mich, wurde vollkonfettit- was eben so auf CSDs passiert. An einem Tisch sitzend kam ich mit einem Paar ins Gespräch. Beides weiße Frauen, blond, dünn, mit sehr wenig Kleidung am Leib- alle würden sich nach diesem hübschen Paar umdrehen. Wir kamen auf das Thema Solidarität zu LGBT*- Menschen von heterosexuellen Menschen zu sprechen. Das Paar meinte einstimmig, dass sie finden, dass heterosexuelle Paare sich aus Solidarität nicht in der Öffentlichkeit Liebesbekundungen austauschen sollten. Homosexuelle könnten das ja auch nicht (jedenfalls nicht ohne negative Reaktionen hervorzurufen). Diese Denkweise hat mich stutzig gemacht- zuerst fand ich es logisch, dann fand ich es blöd. Wieso sollte das Nichtküssen von Heterosexuellen LGBT*s in der Öffentlichkeit Solidarität bekunden? Ich verstehe total, dass Heterosexuellen das Privileg des “immer und überall ohne blöde Blicke küssen könnens” mal vor den Latz geknallt werden sollte. Privilegien Menschen aufzuzeigen, die da noch nie drüber nachgedacht haben, ist gut. Was für ein Glück das ist- jedenfalls für Menschen, die in einer heterosexuellen Beziehung leben. Wenn mich jemand blöd anschaut, dann höchstens weil ich fett bin.

Und hier wären wir wieder bei Solidarität- hätte ich diese Denke auch, müsste ich verlangen, dass sich dünne Menschen, die der Norm entsprechen, sich genauso anziehen sollen wie ich es nach den Klamottengeschäften tun sollte: komplett körperbedeckend. Möglichst dunkle Farben. Kurze Ärmel und Bauchfrei geht gar nicht. Wenn ich in diesem Moment das den beiden Frauen mit den perfekten Körpern gesagt hätte- wie hätten sie wohl reagiert? Hätten sie die Verbindung zwischen meiner und ihrer Forderung gesehen und sich fix unauffällige Shirts übergezogen?

Ich möchte solche Forderungen allerdings nicht stellen. In meiner Traumwelt kommen solche Forderungen nicht vor. Wie gesagt: Privilegien aufzeigen ist gut. Aber zu sagen, dass es solidarisch wäre auf schöne Sachen wie Küssen oder tolle Kleidung zu verzichten um damit eine Solidarität zu zeigen, die nicht sofort ersichtlich ist, ist ziemlicher Unfug (um genauer zu sein finde ich sogar, dass es solche verkorksten und für Außenstehende nicht nachvollziehbare Diskussionen sind, die abschrecken, statt zu interessieren). Diese unsichtbare Solidarität hilft weder mir noch anderen und verhindert auch keine gesellschaftlichen Normen, die uns einschränken. 

Die Lösung hier heißt: Solidarität. Natürlich. Aber nicht indem wir uns nicht küssen oder anziehen, wie wir möchten. Sondern indem wir aufhören anderen zu sagen, wie sie ihr Leben zu leben haben.